Donnerstag, 17.05.2012
DBFZ wird Forschungspartner der Russischen Föderation
Unterzeichnung des Rahmenkooperationsvertrages, v.l.n.r.: Frank Scholwin (DBFZ); Vladimir Baskov (REA); Alexander Terekhov (FESCO).
© Foto: REA
Prof. Dr.-Ing. Frank Scholwin, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Deutschen BiomasseForschungsZentrum (DBFZ), Vladimir Baskov, stellvertretender Leiter der Russischen Energieagentur (REA) und Alexander Terekhov, Direktor der Staatlichen Energieservice Unternehmen (FESCO) unterzeichneten einen entsprechenden Rahmenkooperationsvertrag. Die Russische Föderation verfügt über eines der größten Biomassepotenziale zur energetischen Nutzung in Europa. Dies zeigen die neusten Ergebnisse, die im Rahmen eines vom DBFZ koordinierten Projektes des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gewonnen wurden. Dabei ist das russische Biomassepotenzial nahezu ungenutzt. Bei vollständiger Erschließung durch den Anbau von Biomasse auf Brachflächen sowie die Nutzung von forstwirtschaftlichen Reststoffen könnten allein im europäischen Teil Russlands 174 Mrd. m3 Biomethan pro Jahr produziert werden. Zum Vergleich: der
deutschlandweite Erdgasverbrauch betrug 105 Mrd. m3 im Jahr 2010.
Biomethan besitzt die gleichen Qualitäten wie Erdgas und wird bereits
heute in vielen Ländern Europas zu dessen Substitution eingesetzt. Der
Ausbau erneuerbarer Energien scheiterte bislang vor allem an den
unzureichenden rechtlichen Bestimmungen zu deren Nutzung und Förderung.
Die Zeichen für eine Wende stehen jetzt allerdings gut. Am 27. Dezember
2010 verabschiedete die Regierung der Russischen Föderation das
Staatsprogramm "Energieeinsparung und Erhöhung der Energieeffizienz bis
2020". Im Rahmen dessen wurde die Russische Energieagentur (REA) mit der
operativen Programmsteuerung betreut. In der REA wurde im Juli 2011
eine Abteilung gegründet, deren Schwerpunkt die Koordination der
Entwicklung von innovativen Energiedienstleistungen, darunter auch den
Ausbau erneuerbarer Energien ist. Das DBFZ hat sich in den letzten
Jahren durch seine Forschungsarbeiten im Zuge der Nationalen
Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums (BMU) zu einer
führenden Forschungseinrichtung auf dem Gebiet des Wissen- und
Technologietransfers im Bioenergiebereich in der Russischen Föderation
entwickelt. Um das bestehende Know-how umzusetzen und den Wissen- und
Technologietransfer zu intensivieren, wird das DBFZ nun der Russischen
Energieagentur wissenschaftlich beratend zur Seite stehen. Zukünftig
werden durch gemeinsame Projekte, wissenschaftliche Kooperationen und
einen regen Erfahrungsaustausch an die Russische Föderation angepasste
und langfristige Konzepte zur nachhaltigen Bioenergieerzeugung
und-nutzung entwickelt. Damit einhergehend wird der Auf- und Ausbau
einer russischen Bioenergiebrache unterstützt. Der wissenschaftliche
Austausch wirkt sich zudem positiv auf die Wettbewerbsposition der
deutschen Bioenergieforschung und Technologieanbieter aus. Am 24.01.2012
haben Prof. Dr.-Ing. Frank Scholwin, wissenschaftlicher Geschäftsführer
des Deutschen BiomasseForschungsZentrums (DBFZ), Vladimir Baskov,
stellvertretender Leiter der Russischen Energieagentur (REA) und
Alexander Terekhov, Direktor der Staatlichen Energieservice Unternehmen
(FESCO) einen entsprechenden Rahmenkooperationsvertrag auf der Grünen
Woche in Berlin unterzeichnet. Unter Beteiligung weiterer russischer und
deutscher Partner der Bioenergiebranche sind Projekte an der
Schnittstelle von wissenschaftlicher Forschung und praxisnaher Umsetzung
im Bioenergiebereich geplant.
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