Donnerstag, 17.05.2012
Pflanzen voller Energie
Neue Sorten - energetische Potenziale - das Energiepflanzenangebot war auf den letztjährigen DLG-Feldtagen umfangreicher denn je. Die Ergebnisse zu Energiefruchtfolgen und Anbausystemen mit bewährten und neuen Pflanzen zeigten Wege auf, um von den Maismonokulturen wegzukommen.
Der Anbau von Energiepflanzen hängt stark von den Standortbedingungen ab. Jeder muss seine eigene Lösung finden.
Der Anbau von Energiepflanzen hat sich bereits seit Jahren etabliert und ist zum Dauerbrenner in der landwirtschaftlichen Praxis ebenso wie in der Öffentlichkeit geworden. Die DLG-Feldtage 2010 auf dem Rittergut Bockerode in Springe-Mittelrode bei Hannover boten den Landwirten eine hervorragende Möglichkeit, sich über alle aktuellen Fragestellungen rund um das Thema „Energie vom Feld“ zu informieren. Zahlreiche Aussteller präsentierten ein umfangreiches Angebot an neuen Sorten und informierten über energetische Potenziale sowie über die Biomasseerzeugung und deren Aufbereitung, Anlagentechnik, Arbeitswirtschaft und Wirtschaftlichkeit. In einem von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) initiierten The-menzentrum „Energie vom Feld“, Stand G41, im Versuchsfeld auf dem DLG-Feldtagegelände, wurden zudem aktuelle, praxisrelevante Forschungsergebnisse vorgestellt sowie alternative Energiepflanzen und Energiehölzer präsentiert.
Auch die Durchwachsene Silphie wird auf den Feldtagen zu sehen sein.
Die FNR erläuterte, welche Fruchtfolgeglieder in Hauptfruchtstellung die höchsten Deckungsbeiträge erzielen und welche Fruchtarten zu Silomais in Konkurrenz treten können. Zudem wurde über die Bedeutung von Zweit- und Zwischenfruchtstellungen informiert bzw. ein Vergleich zwischen dem Hauptfrucht- und dem Zweikultur-Nutzungssystem gezogen. Dabei fanden die regionalen Boden- und Klimabedingungen ebenso Berücksichtigung wie die Ökonomie und Fragen zur Ökologie.
Energie-Fruchtfolgen
Einen weiteren Schwerpunkt stellten die Ergebnisse des bisher umfangreichsten nationalen Verbundvorhabens EVA I (Entwicklung und Vergleich von optimierten Anbausystemen für die landwirtschaftliche Produktion von Energiepflanzen unter den verschiedenen Standortbedingungen Deutschlands) dar. Der Auslöser für dieses Vorhaben lag in den weiterhin wachsenden Anforderungen an die Energiepflanzenproduktion, die auch zukünftig „im Einklang mit der Natur“ stehen und gleichzeitig folgende Anforderungen erfüllen sollen:
- das Erreichen hoher Nettoenergieerträge je Flächeneinheit,
- die Weiterentwicklung innovativer ackerbaulicher Konzepte,
- die Kombination alternativer Kulturarten (Biodiversität) in optimierten Fruchtfolgen mit Nahrungs- und Futtermittelarten,
- die Verbesserung des Ertrags-potenzials und der Ertragssicherheit von Energiepflanzen und die Bewertung von Anbausystemen ganzheitlich hinsichtlich Ökonomie und Ökologie.
Regional spielt die Zuckerrübe als Biogassubstrat zunehmend eine größere Rolle.
Die FNR präsentierte erstmalig in Zusammenarbeit mit der Bayerischen
Landesanstalt für Wein- und Gartenbau zudem auch Energiepflanzen der
besonderen Art zum Anfassen auf eigenen Parzellen im Versuchsfeld. Hier war erlebbar, was wissenschaftlich im Rahmen von Projekten untersucht
wird. Es wurden ferner Alternativen zu bekannten Energiepflanzen
vorgestellt, wie zum Beispiel die Durchwachsene Silphie. Bislang wird
diese Pflanze überwiegend versuchsweise als Energiepflanze angebaut. Es
handelt sich bei der Durchwachsenen Silphie um eine ausdauernde,
mehrjährige Pflanze, die sich mindestens zehn Jahre lang beernten lässt.
Zwar ist der Aufwand im Pflanzjahr relativ hoch, doch in den
Folgejahren fallen entsprechend niedrigere Kosten an. Darüber hinaus
konnten sich die DLG-Feldtage-Besucher über Hirse, Topinambur und auch
über Ergebnisse aus Anbauversuchen mit ökologisch und ökonomisch
vielversprechenden Wildpflanzen informieren.
Auch Energiehölzer
Zu den
Energiepflanzenprojekten der FNR gehörten auch Projekte aus dem
Themenbereich Agrarholz im Allgemeinen und Holz aus Kurzumtrieb und
Agroforstsysteme im Speziellen. Auch die Landwirtschaftskammer
Niedersachsen informierte umfassend über das Thema „Energiepflanzen“.
Hier wurden vor allem Energiehölzer wie Pappeln, Weiden und Robinien
gezeigt. Der Besucher konnte damit auch schnell wachsende Baumarten in
Natura sehen. Unterstützt wurden die Landwirtschaftskammer Niedersachsen
und die FNR durch 3N, Niedersachsens Netzwerk für nachwachsende
Rohstoffe. 3N ist im Rahmen des FNR-Projektes „Regionale
Bioenergieberatung“ tätig. Ziel dieses Projektes war es, dem Praktiker
neben den Informationen der FNR zusätzliche Hilfestellung im Bereich
Bioenergie und Energiepflanzenanbau zu geben. Aus diesem Grund
unterstützt die FNR länderspezifisch und regional
zwölf Beratungseinrichtungen. Diese sind die direkten Ansprechpartner
für die Landwirte und mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut.
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