Dünnschicht oder kristalline Module - diese Frage stellen sich Landwirte, bevor sie ihre Stalldächer mit Solar bepflastern. Warum die Wahl auf Dünnschichtmodule fallen könnte, erfahren Sie hier.
von Manuela Jakobi
Dünnschichtmodule nutzen das Licht der Sonne auch im Schwachlichtbereich höchst effizient - selbst bei ungünstigen Dachneigungen und -ausrichtungen. Das deutsche Solarunternehmen Centrosolar bietet in der Sparte der Dünnschichtsysteme etwa drei Solaranwendungen für unterschiedliche Einsatzbereiche an. Das solare Bedachungssystem TF (thin film) Plate Professional ist für Dächer mit Trapezprofilblecheindeckung geeignet. Es besteht aus Dünnschichtlaminaten, die auf kunststoffbeschichtete Stahlfeinblechtafeln verklebt sind. Das System kann auf Dächern mit einer Neigung ab drei Grad eingesetzt werden, ideal ist ein Neigungswinkel zwischen 15 - 20 Grad.
Dünnschichtmodule befinden sich oft auf großen Dachflächen. Bei geringer Sonneneinstrahlung liefern Dünnschichtmodule konstanten Strom. Das macht sie für Großprojekte attraktiv.
Für die Installation ist kein zusätzliches Montagesystem nötig, die Befestigung des Modul-Trägerbleches erfolgt mittels abdichtender Schrauben auf der Trapezblecheindeckung des Daches. Die Module werden immer quer, also parallel zur Dachtraufe, verlegt. Der Hochsickenabstand der Trapezbleche zur Auflage der Module sollte 330 mm nicht überschreiten. Jedes TF Plate Professional besteht aus zwei Laminaten mit einer Nennleistung von 2 x 144 Wattpeak (Wp). Centrosolar fertigt die Module in der Produktion am Standort Paderborn. Eingesetzt werden kunststoffbeschichtete und korrosionsbeständige Prelaq NOVA Stahlfeinbleche.
Große Dächer gesucht Aufgrund seiner Abmessungen eignet sich das System primär für große Dachflächen und Photovoltaik-Großprojekte. TF-Plate Professional eignet sich nach Angaben von Centrosolar auch für flach geneigte Dächer, die nicht die für Photovoltaikanlagen ideale Bedingung - Ausrichtung nach Süden - aufweisen. So können vermeintlich „ungeeignete“ Flachdächer wirtschaftlich genutzt werden. Das TF Plate-System kommt bei statisch „ausgereizten“ Dächern zum Einsatz, wenn das Dach maximal kleine zusätzliche Lasten aufnehmen kann. Mit einer Flächenlast von nur 9 kg pro Quadratmeter ist das Dünnschichtmodul eine gute Möglichkeit, das Dach zur solaren Energiegewinnung zu nutzen.
Auch wenn der Wirkungsgrad von Dünnschichtmodulen mit sechs bis sieben Prozent geringer ist als der ihrer kristallinen Pendants, seien leichtgewichtige Dünnschichtanlagen oft die bessere Wahl. Grund: Auch bei bewölktem
Wetter oder diffusem Licht wird die Sonneneinstrahlung effizient genutzt. Centrosolar setzt für ihre Dünnschichtmodule TF Plate Professional die von dem amerikanischen Hersteller Uni-Solar entwickelte Triple-Junction-Technologie mit Zellen aus amorphem Silizium ein. Dabei wird das Halbleitermaterial in mehreren Schichten auf ein Trägermaterial aufgebracht und dabei drei übereinanderliegende Solarzellen hergestellt. Jede dieser drei Ebenen absorbiert einen bestimmten Teilbereich des Sonnenlichtspektrums und macht es für die Energiegewinnung nutzbar: Die obere nimmt blaues Licht auf, die mittlere gelbgrünes und die untere rotes Licht.
Ein Vorteil der Dünnschicht-Solarmodule liegt in der hohen Schattentoleranz: Jede Zelle ist durch eine Bypass-Diode geschützt. Zudem sind Dünnschichtsysteme unempfindlich gegenüber hohen Temperaturen: Im Vergleich zu kristallinen Modulen ist der Leistungsabfall bei großer Hitze im Sommer bei gleichen Einsatzbedingungen weitaus geringer.
Beliebt in Südeuropa
Aus diesem Grund setzen auch viele Installateure in Südeuropa Photovoltaikmodule auf Basis von Dünnschichtzellen ein. Die Leistungsgarantie von TF Plate Professional beträgt 25 Jahre auf 80 % der Leistung bei einer Produktgarantie von fünf Jahren. Centrosolar vertreibt das System über den Großhandel und ausgewählte Installateure in ganz Deutschland sowie in Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland und Großbritannien.