Samstag, 18.05.2013
Förderpreise für Nachwachsende Rohstoffe verliehen
Am 2. Juli wurden im Rahmen des 20. C.A.R.M.E.N.-Symposiums in Würzburg der Ernst-Pelz-Preis 2011 und der Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe 2011 des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten verliehen.
Den Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe 2011 erhielt die H. Hiendl GmbH & Co. KG aus Bogen, vertreten durch Helmut Hiendl und seine Ehefrau. Geschäftsführer Thomas Bleul von der Spanner Re² GmbH aus Neufahrn nahm den Ernst-Pelz-Preis 2011 entgegen, überreicht durch den neben ihm stehenden Sohn des Stifters, Jochen Pelz. Maximilian Geierhos, Leiter der Abteilung Ländlicher Raum und Nachwachsende Rohstoffe im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hielt die Laudatio auf die Preisträger. Gerhard Burkhardt und seine Frau nahmen den zweiten Teil des Ernst-Pelz-Preises 2011 entgegen, stellvertretend für die Burkhardt GmbH aus Mühlhausen.
© Foto: C.A.R.M.E.N.
Beide Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert und wurden heuer bereits zum 20. Mal vergeben.
Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe
Der "Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe" des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten richtet sich an Personen oder Institutionen, die ein herausragendes Produkt oder eine Produktgruppe auf der Basis heimischer Nachwachsender Rohstoffe entwickelt haben. Diese Auszeichnung erhielt die H. Hiendl GmbH & Co. KG, Bogen für ihre Verdienste bei der Entwicklung von Verfahren für NFC-Werkstoffe. Dabei handelt es sich um Faser-Kunststoffverbunde, sogenannte NaturFaserverstärkte Compounds aus einem Kunststoff und Naturfasern. Zum Hiendl NFC® Werkstoffsystem gehören neben reinen Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffen, die unter dem Begriff WPC bekannt sind, vor allem auch moderne Naturfaser-Kunststoff-Verbundwerkstoffe. Die Faserkomponente ist hierbei neben Holz z. B. Hanf,
Hopfen oder Flachs. Die Firma H. Hiendl GmbH & Co. KG wurde 1964 in Bogen im Landkreis Straubing-Bogen in Niederbayern gegründet und beschäftigt derzeit 60 Mitarbeiter. Die Kernkompetenzen des Unternehmens erstrecken sich auf die Bereiche Extrusion, Spritzguss, Werkzeugbau und Werkstoffentwicklung. Der heutige Geschäftsführer und Sohn des Firmengründers, Helmut Hiendl, trat 1991 in das Unternehmen ein. Bereits vor zehn Jahren wurden erste Versuche im Bereich der Nachwachsenden Rohstoffe unternommen, die 2003 zur Entwicklung des "Hiendl-NFC"-Verfahrens im Labormaßstab für die Herstellung thermoplastisch zu verarbeitende Naturstoffgemische und der Anmeldung zum Patent führten. Nachdem 2006 das Patent für dieses Verfahren erteilt wurde, gründete man 2008 den Bereich "Naturfaser/Kunststoff-Compounds". Die Hiendl-Werkstoffe sind sehr leicht und dabei stabil, so dass sie in vielen Fällen auch Aluminium ersetzen können. Außerdem sind sie formbar und können eingefärbt werden, so dass sie sich als farbige Profile ein breites Einsatzspektrum erobert haben. So wurde beispielsweise im vergangenen Jahr das Messestandsystem von C.A.R.M.E.N. auf diesen Werkstoff umgestellt.
Ernst-Pelz-Preis
Anschließend wurde der Ernst-Pelz-Preis 2011
vergeben, der in diesem Jahr an zwei Preisträger überreicht wurde, die
sich beide um die wegweisende Entwicklung eines Holzvergasers verdient
gemacht haben. Der Ernst-Pelz-Preis geht auf eine private Initiative von
Peter Pelz zurück. Er hat den nach seinem Vater benannten Preis
gestiftet und zeichnet Persönlichkeiten aus, die zugunsten einer
umweltfreundlichen Nutzung heimischer Nachwachsender Rohstoffe
überragende Leistungen erbracht haben. Zunächst wurde die Spanner Re2 GmbH aus Neufahrn, vertreten durch Geschäftsführer Thomas Bleul,
ausgezeichnet. Das Unternehmen ist Teil der Spanner-Gruppe, einem
Verbund mittelständischer, innovativer Unternehmen. Deren Ziel es ist,
innovative und wirtschaftlich attraktive Technologien im Bereich der
regenerativen Energieerzeugung zu entwickeln und die heute am Hauptsitz
in Neufahrn/Niederbayern über 60 Mitarbeiter beschäftigt. Ein Standbein
der Spanner Re2 ist die Fertigung kompletter
Biomasse-Heizsysteme für namhafte Heizungshersteller. Auch die
Holz-Kraft-Anlage ist Ergebnis dieser Entwicklungsarbeit. Die
eigenentwickelte und geschützte Technologie erzeugt Wärme und Strom
gleichzeitig und bietet ihren Nutzern Flexibilität und Freiheit von
traditionellen Versorgungskonzepten. Die Anlage kann mit 30, 40 oder 45
kW und einer Wärmeleistung von 70, 87 oder 100 kW angeboten werden und
basiert auf der Nutzung von Holzhackschnitzeln. Die Steuerung erfolgt
nach dem Wärmebedarf, so dass keine Abwärme weggekühlt werden muss.
Gleichzeitig wird Strom erzeugt und entweder direkt verwendet oder ins
öffentliche Netz eingespeist. Ministerialdirigent Geierhos lobte, dass
die Fa. Spanner Re2 mit ihrer Entwicklung im Bereich der
Kraft-Wärme-Koppelung auf Holzbasis vom bisherigen Großanlagenstatus auf
den kleinen und damit vielseitigeren Anwendungsbereich insbesondere in
der Land-, Forst- bzw. Holzwirtschaft gebracht habe. Wie gut dieses
Konzept angenommen wird, zeigt daran, dass im Mai bei einer
Betriebsfeier in der Produktion in Neufahrn, die Fertigstellung der 100.
Anlage gefeiert wurde. Ein weiterer Pelz-Preisträger ist die Burkhardt
GmbH aus Mühlhausen in der Oberpfalz, vertreten durch Gerhard Burkhardt.
Die Burkhardt GmbH, bekannt als BHKW-Hersteller und Anlagenbauer,
umfasst gegenwärtig ca. 250 Mitarbeiter, Tendenz wachsend. Am 31. Mai
2011 gab die GmbH den Startschuss für eine Kleinserienherstellung seiner
eigens konzipierten Holzvergasungsanlagen für die im Vorfeld über sechs
Jahre lang intensiv geforscht wurde. Heute sind über 50 Anlagen in
Betrieb, die bereits über 400.000 Stunden Betriebserfahrung für
Blockheizkraftwerke mit Holzgas lieferten. 180 kW elektrische und 250 kW
thermische Leistung auf Basis von ca. 110 kg Holzpellets pro Stunde und
rund vier Litern Zündöl sind die Eckdaten der Burkhardt-Anlage, die
einen Gesamtwirkungsgrad von 75 % aufweist und die Holzgastechnik damit
ebenfalls von der Großanlage auf eine effizientere und vielseitiger
einsetzbare Variante herunterbricht. Beide Preisträger haben damit eine
wichtige Lücke im Bereich der regenerativen Energiequellen geschlossen,
so Laudator Geierhos.
pm/ C.A.R.M.E.N.
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