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[ » joule » Wind » Höchstgelegene Windenergieanlage Europas ]
Donnerstag, 17.05.2012
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Wind | 06.10.2011 Redaktion Joule

Höchstgelegene Windenergieanlage Europas

SwissWinds hat sich einer anspruchsvollen Herausforderung gestellt und eine Windenergieanlage auf fast 2500 Metern in den Schweizer Alpen errichtet. Damit ist die Enercon E-70 die höchstgelegene WEA Europas.
Gries (Schweiz) - Im Beisein von Bundesrätin Doris Leuthard fand am Freitag, 30. September das Richtfest der höchsten Windenergieanlage Europas statt. Martin Senn, Gründer von SwissWinds, und sein Team stellte sich der technologisch höchst anspruchsvollen Herausforderung während der Planung- und Realisierungsphase. Die Windanlage auf rund 2'500 M.ü.M. gilt als einzigartig in Europa und ist ein unternehmerisches Pionierwerk.
(Bild: SwissWinds AG)
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(Bild: SwissWinds AG)

Strom für 800 Haushalte
 
Nach einer mehrmonatigen Test- und Einstellphase soll die Windenergieanlage, eine Enercon E-70, 3 GWh pro Jahr produzieren, was dem Verbrauch von 800 Haushalten entspricht. Dieses Pilotprojet wurde anlässlich des Richtfestes von Bundesrätin Doris Leuthard gewürdigt: «Der Kanton Wallis macht einen grossen Schritt in eine erneuerbare Zukunft. Als High-Tech-Land können wir uns in einem Umfeld sehr gut positionieren, in dem natürliche Ressourcen und Energie zu knappen Konsumgütern werden. Wenn wir für die Zukunft eine saubere, eine sichere, eine weitgehend schweizerische und wirtschaftliche Strom- und Energieversorgung für die Menschen und für die Wirtschaft in diesem Land wollen, dann müssen wir jetzt handeln. Der Bundesrat hat bereits dargelegt, dass der Umbau technisch möglich ist, wenn wir ihn sorgfältig organisieren und wenn wir 25 bis 30 Jahre Zeit haben. Berechnungen der ETH haben es bestätigt. »
 
Schweizer Politikelite lobt die Anlage
 
An der Richtfeier, die im Beisein von zahlreichen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft sowie nationaler und kanntonaler Energieunternehmen stattfand, nahm auch Jean-Michel Cina, Staatsrat des Energiekantons Wallis und Vorsteher des Departements für Volkswirtschaft, Energie und Raumentwicklung, teil. Staatsrat Cina betonte, dass «die energetische Herausforderung durch eine Konvergenz politischer, industrieller und individueller Anstrengungen gemeistert werden muss. Jeder - egal ob politischer Entscheidungsträger, Energieversorger, oder privater Haushalt - hat eine Rolle wahrzunehmen, um den Erhalt einer sicheren und respektvollen Versorgung unseres Lebensraumes zu gewährleisten.»
 
Standort erschwerte den Transport
 
Die höchstgelegene Windenergieanlage Europas ist in mehrerer Hinsicht eine technologische Spitzenleistung. Erstens hat Martin Senn ein Spezialgefährt mit dem Übernamen «Tausendfüssler» entwickeln lassen. Dieser gegliederte Tieflader war notwendig, um die 35 m langen Rotorblätter auf den kurvigen Bergstrassen zwischen Airolo im Tessin und dem Nufenenpass im Wallis zu transportieren. Ohne dieses innovative Gefährt hätte die Windenergieanlage niemals an diesem idealen Standort auf 2'465 m in der Nähe der Staumauer Gries errichtet werden können. Der gewählte Ort erlaubt die Nutzung der bestehenden elektrischen Leitungen. Zweitens haben zahlreiche Vorstudien gezeigt, dass mit einer solchen Installation der Eingriff in Fauna und Flora gering gehalten wird. Die Anlage integriert sich relativ gut in die Landschaft und respektiert die Umwelt, was den Planern sehr wichtig war. Schliesslich ist diese Windenergieanlage wegen der bisweilen extremen Wetterverhältnisse, die im Winter auf dieser Höhe vorherrschen, mit einem sparsamen Heizsystem ausgestattet, welches die Rotorblätter schnee- und eisfrei hält und vor Immobilität schützt.
 
Finanzierung auf mehreren Ebenen
 
Die Bewohner des Goms und die kantonalen Behörden unterstützten diese technologische Herausforderung mit Kräften. Die Umweltverbände wurden seit dem Planungsbeginn konsultiert. Die Gesamtkosten der höchstgelegenen Windenergieanlage Europas belaufen sich auf 5.5 Millionen Franken. Der Höhenwindkraft-Pionier Martin Senn hatte sich mit den Energieversorgern EnAlpin und Services Industriels de Genève zusammengetan, um dieses Pilotprojekt mitzufinanzieren. Die Gemeinde Obergoms, welche ebenfalls an diesem innovativen Projekt beteiligt ist, wird von den wirtschaftlichen Gewinnen der Windenergieanlage Gries profitieren. Insgesamt haben sich die Partner in der Firma GriesWind AG zusammengetan, um diese Infrastruktur im Oberwallis zu entwickeln.
 
Anlage geht 2012 ans Netz
 
Eine mehrmonatige Test- und Einstellphase wird nötig sein, um diese Windenergieanlage betriebsbereit zu machen. Sie wird Anfang 2012 definitiv ans Netz gehen. In den folgenden Jahren werden in Gries vier oder fünf weitere Windenergieanlagen aufgestellt. Windenergieanlagen erzeugen Energie ausschliesslich mit Windenergie. Die so erzeugte Energie ist daher sauber, unbeschränkt und unerschöpflich. Ihre ökologische Bilanz ist ausgezeichnet. Dieses Pilotprojekt in Gries, die höchstgelegene Windenergieanlage Europas, ist den Werten der nachhaltigen und respektvollen Entwicklung der Umwelt verpflichtet.
pm
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