Auf hohe Temperaturen setzt die Vapora GmbH bei ihren sogenannten
Rotationstrocknern. Geschäftsführer Hans J.P. von Donop spricht in
diesem Zusammenhang von einem „Herdplatteneffekt“, weil die
Feuchtigkeit im zu trocknenden Gärrest wie ein Wassertropfen auf der
heißen Herdplatte verdampft.
Genutzt wird die Ausgangstemperatur des
Biogas-BHKW, die in den meisten Fällen annähernd 500° C beträgt. „Wir
gehen mit der Auspuffwärme 1:1 auf den Trockner“, erklärt v. Donop.
Leichter Unterdruck im Rohr, das vom BHKW zum Trockner führt, sorgt
dafür, dass das Abgas aus dem Motor gezogen wird. Für den
Trocknungsprozess wird die Temperatur daher nur leicht auf etwa 380° C
abgesenkt. Über Wärmetauscher wird die Temperatur an die Anlage
abgegeben. Ein Trocknungsdurchgang dauert im Durchschnitt nur etwa 14
Minuten. Bemerkenswert ist der geringe Energieverbrauch: Um einen Liter
Wasser zu verdampfen, sind nur 500 bis 600 Watt erforderlich. Das
Material „wandert“ durch die drei Trockenkammern des mit einer Länge
von 6,20 m sehr kompakten Trockners.
Das Material "wandert" im Vapora-Trockner durch die drei Trockenkammern des mit einer Länge von 6,20 m sehr kompakten Trockners.
© Thomas Gaul
Jeweils vier rotierende
Stachelwalzen am Boden jeder Kammer, die nicht von ungefähr an einen
Miststreuer erinnern, lockern das Material auf und halten es in
Bewegung, sodass es von Kammer zu Kammer immer trockener wird. Über
eine Fußbodenheizung wird auch die Restwärme aus dem
Kühlwasserkreislauf des BHKW genutzt, sodass 100 Prozent der Abwärme
genutzt werden. Eine komplette Luftreinigung sorgt dafür, dass kein
Feinstaub an die Umgebung abgegeben wird. Die
hohe Temperatur sorgt dafür, dass das Material bis in den Kern
trocknet, und nicht nur an der Oberfläche, wie v. Donop betont.
Positiver Nebeneffekt der hohen Temperatur ist, dass zugleich eine
Hygienisierung erfolgt. So lässt sich der getrocknete Gärrest ohne
seuchenhygienische Bedenken als Einstreu in Milchviehställen einsetzen.
Der Geschäftsführer fordert dazu auf, „die Trocknung neu zu denken“.
„Eine 500 kW-Biogasanlage ohne Wärmenutzung verschenkt nach dem alten
EEG einen KWK-Bonus im Wert von 30 000 Euro“, rechnet v. Donop vor.
Zusammen mit der Gärresttrocknung sei es dagegen möglich, einen
zusätzlichen Gewinn von bis zu 120 000 Euro im Jahr zu erzielen. Der
Vapora-Geschäftsführer hebt hervor, dass die Gärresttrocknung auch ohne
den KWK-Bonus wirtschaftlich sei. Das liegt an dem Wert des
getrockneten Gärrestes, der sich hervorragend als Düngemittel
vermarkten lasse. So bleibt das Ammoniak vollständig im Gärrest
enthalten und durch die Zugabe von HTK oder Schwefelsulfat
beispielsweise lasse sich das gewünschte Düngemittel produzieren.
Vapora bietet an, die Gärresttrocknung über Leasing oder ein
Fondsmodell zu finanzieren. Das schont nicht nur das Eigenkapital des
Betreibers, unter Umständen kann auch das Gärrestlager eingespart
werden. Wenn es gewünscht wird, kann der Hersteller auch die
Vermarktung des getrockneten Gärrestes übernehmen.
Bis
zu 30 unterschiedliche Biomassen können mit der Anlage getrocknet
werden, betont v. Donop: „Das bietet Flexibilität und Sicherheit,
sollte sich die Gesetzgebung mal wieder ändern.“ Bei der Bioenergie
Hesedorf in der Nähe von Bremervörde dient die Anlage dazu, Pferdemist
zu trocknen. In einer Region, in der das Stroh knapp und teuer ist,
kann so die Einstreu wieder „recycelt“ werden.
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