Nach dem „Prinzip Kontakttrockner“ arbeitet der Gärrestetrockner
Sepatherm 560 der Firma Hartgen Maschinen- und Mühlenbau GmbH aus Hude
im Landkreis Oldenburg. Wie Erwin Kneehans, Technischer Leiter bei
Hartgen, erklärt, wurde der erste Containertrockner vor etwa vier
Jahren auf den Markt gebracht und seitdem weiterentwickelt.
Mittlerweile sind 15 Container in der Praxis installiert. Der Sepatherm
kann sowohl als alleiniger Wärmeabnehmer auf der Biogasanlage dienen,
als auch als eine von mehreren Wärmesenken in ein Wärmenetz integriert
werden. Der Sepatherm trocknet die Gärreste mit der BHKW-Abwärme, die
das Gesamtsystem übrig hat. Damit lassen sich unter Umständen
Wärmelücken schließen.
Der Sepatherm ist aufgrund seiner Containerbauweise auch für das Leasing geeignet.
© Edith Kahnt-Ralle
Dabei ist der Trockner, dessen Einzelteile
komplett in einem geschlossenen Container (Seecontainer) mit den
Ausmaßen 12 m Länge, knapp 2,50 m Breite und 2,90 m Höhe, untergebracht
sind, mit einer Durchsatzleistung von 300 t Gärresten im Jahr besonders
für 500 kW-Biogasanlagen interessant. Er ist einfach aufzustellen und
benötigt als Unterbau lediglich Steifenfundamente. Damit erfüllt er
eine wichtige Voraussetzung auch fürs Leasing.
Die Gärreste mit einem
Ausgangs-TS-Gehalt von 5 bis 8 % werden zunächst aus dem Fermenter in
einen Vorlagebehälter (gut 4 m3 groß) des Trocknungscontainers gepumpt,
der mit einem Überlauf zurück zur Vorgrube ausgestattet ist. Von dort
gelangen die Gärreste in den Separator, der sie mittels Pressschnecke
bis auf einen TS-Gehalt von etwa 30 % abpresst. Der flüssige Rest geht
zurück in den Gärbehälter, die feste Phase gelangt auf ein oberes
Trocknungsband, das sich in einem geschlossenen System befindet und
langsam umläuft und den Gärrest auf ein unteres Trocknungsband wirft,
welches den getrockneten Gärrest zu einer Austragsschnecke befördert.
Das Trocknungsband besteht aus einzelnen Kassetten. Diese werden über
den Abgaswärmetauscher mit der Abwärme des BHKW auf ca. 85°C beheizt.
Gleichzeitig wird angesaugte Luft erwärmt und überstreicht das Produkt,
um die bei der Trocknung aufsteigende Feuchtigkeit aufzunehmen.
Der trockene Gärrest (65 bis 75 % TS) kann außerhalb des Containers
z.B. unter Dach zwischengelagert oder direkt auf Anhänger zum
Abtransport befördert werden. Er ist fast geruchsfrei.
Die
Trocknungsluft wird im Container durch einen Filter gesogen und von
Staub gereinigt. Danach vermischt sie sich mit dem Hauptluftstrom. Der
Staub im Filter wird mit Druckluft von Zeit zu Zeit abgereinigt
(Filtertausch alle zwei Jahre). Nicht nötig sei ein Luftwäscher, da die
Luft, die über einen Abluftkanal den Trocknungscontainer verlässt, sehr
wenig belastet sei und unter den zulässigen TA-Luft-Werten liege, so
Kneehans.
Die Geschwindigkeit des Trocknungsprozesses hängt davon ab, wie viel
Wärme durch den Trockner genutzt werden und wie trocken das Endprodukt
sein soll. Im schnellsten Fall beträgt die Durchlaufzeit drei Stunden,
im langsamsten Fall sieben Stunden. Die Geschwindigkeit, mit der das
Trocknungsband läuft, kann individuell geregelt werden. Die Funktion
der anderen Bauteile passt sich automatisch an.
Es geht nie der gesamte
Massestrom der Biogasanlage durch den Trockner, nur ein Teilstrom. Im
Winter wird der Zulauf im Vorratsbehälter so getaktet, dass der Gärrest
dort nicht zu kalt wird. In Eydelstedt (Landkreis Diepholz) in
Niedersachsen sei die Anlage auch bei minus 17 Grad störungsfrei
durchgelaufen, berichtet Kneehans weiter, der erste Sepatherm laufe
bereits problemlos non stopp seit 2,5 Jahren in Erfde (Schleswig
Holstein) und Benthullen (Wardenburg / Niedersachsen). Die
Trocknungsanlage ist mit einer SPS-Steuerung ausgestattet,
Störmeldungen können aufs Handy gesendet werden. Gestörte Teile stellen
sich sofort ab.
Die Weiterentwicklung des Gärrestetrockners
konzentrierte sich vor allem auf die Installation eines Rührwerks im
Vorlagenbehälter, die Optimierung der Wärmeführung im System. Diese
Punkte dienen der Verbesserung der Trocknungsleistung und der Erhöhung
der Bedienerfreundlichkeit.
Aufgrund des übersichtlichen Aufbaus, der einfachen Bedienung und dem
wartungsarmen und nahezu störungsfreien
Betrieb – alle Anlagenteile laufen mit extrem niedriger Drehzahl,
Wartung kann Betriebsleiter selber vornehmen - durchläuft der Sepatherm
560 in der Regel ein schnelles Genehmigungsverfahren. Inklusive dem
Fundament werden die Gesamtkosten für den Trocknungscontainer mit
300.000 € angegeben.
Hier lesen Sie mehr: