Die REC-Gruppe verdoppelt ihre Produktionskapazität und bietet - ein kristallines Modul mit Weltrekord-Wirkungsgrad an. Unter den Herstellern von Photovoltaikmodulen gehört die norwegische REC-Gruppe zu den Senkrechtstartern.
von Ina Röpcke
Mit laufenden Wirkungsgradsteigerungen und einer zertifiziert hohen Qualität ihrer polykristallinen Module sicherte sich REC (Renewable Energy Corporation) in den vergangenen Jahren einen bedeutenden Platz unter den Modulherstellern. Diese Position baut die Gruppe nun weiter aus. Derzeit entsteht in Singapur eine neue Fabrik, in der jedes Jahr Module mit einer Kapazität von 540 MW Leistung gebaut werden können. Damit wird REC seine Herstellungskapazität mehr als verdoppeln.
Ihren Ursprung hat die REC-Gruppe in Norwegen. „Eine Solarenergiefirma, die am nördlichsten Rand Europas gelegen ist, klingt vermutlich etwas widersprüchlich“, sagt Gonzalo de la Viña, Geschäftsführer der REC Solar Germany GmbH in München. „Aber der Gründer von REC, Alf Bjørseth, erkannte früh, dass sich mit der im Überfluss vorhandenen Wasserenergie und einer langen Tradition und Kompetenz in der Metallindustrie ein viel versprechendes neues Geschäftsfeld aufbauen ließe.“ Er behielt Recht. 1994 gründete Bjørseth ein Unternehmen zur Herstellung von Solarwafern.
Die polykristallinen Module von REC bringen auch bei weniger günstigen Dachausrichtungen nach Osten und Westen noch gute Erträge.
Daraus entstand eine Unternehmensgruppe, die heute die gesamte Wertschöpfungskette in der Photovoltaik abdeckt. In den USA produziert REC das Basismaterial Solarsilizium. In Glomfjord und Heroya, Norwegen, stellt die Gruppe mono- und kristalline Wafer her. Die Zentrale hat ihren Sitz in Oslo. Polykristalline Zellen produziert REC in Narvik, ebenfalls Norwegen, und Module in Glava in Schweden. Die Tochterfirma REC Systems plant und baut Solarkraftwerke. 2009 erzielte die REC-Gruppe einen Umsatz von knapp 1,1 Milliarden Euro. In Singapur wird REC nach europäischen Qualitätsstandards die neue polykristalline Modulserie „REC Peak Energy“ fertigen. Mit einem Wirkungsgrad von 17 Prozent verbuchte der Hersteller damit Anfang 2010 den Weltrekord in dieser Modulkategorie. Der Vorzug der neuen Serie lässt sich mit „Mehr Leistung je Quadratmeter“ auf den Punkt bringen. Dies erreicht REC mit einem verbesserten Zell- und Glasdesign. So sorgen beispielsweise drei verzinnte Kupferbänder (Busbars) und eine neue Metallisierung für einen verbesserten Stromdurchfluss und einen Leistungsgewinn von durchschnittlich neun Watt je Modul. Das neue Glasdesign erhöht die Sonnenlichtübertragung um 6 bis 8 Prozent. Indem das Unternehmen selbst Silizium, Wafer und Module herstellt, profitiert es von einer verlässlichen Liefersituation.
Die hohe Qualität der REC-Module bescheinigten mehrere Institute. Im März verlieh Ökotest die Note „gut“ an das Premium 210-Modul, das zwischenzeitlich durch das AE-Modul abgelöst wurde. Nur die Plussortierung fehlte zu dem „sehr gut“. Ausschließlich positive Plustoleranzen bei der Nennleistung führte REC mit dem AE-Modul ein. Ein Test des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg bestätigte REC die positiven Auswirkungen einer speziellen Oberflächenglasbehandlung. In einem Test der Fachzeitschrift Photon steht das AE-Modul auf Rang 1.
„Unsere Module bringen auch bei wolkigem
Wetter und weniger günstigen Dachausrichtungen nach Osten und Westen noch gute Erträge“, betont Gonzalo de la Viña. „Das bietet Landwirten in allen Teilen der Bundesrepublik neue Chancen in der Solarstromerzeugung.“