Ein Thema, über das sich nur wenige Betreiber einer Biogasanlage Gedanken machen, ist die Wahl des richtigen Stromversorgers. Dabei haben auch Betreiber von Biogasanlagen die Möglichkeit, ihre Stromversorger am Markt auszuwählen und davon zu profitieren.
von Edith Kahnt-Ralle
Oft ist die Entscheidung, zu einem anderen Stromversorger
zu wechseln, eine Möglichkeit, die Betriebskosten der Biogasanlage weiter
zu senken und dadurch den Anlagenbetrieb wirtschaftlicher zu gestalten.
Dies gilt besonders für Anlagen ab einer elektrischen Leistung von 350 kW
elektrischer Leistung und Volleinspeisung des erzeugten EEG-Stroms.
Interessante Angebote macht hier z.B. die LandEnergie aus Neuburg, eine
Tochter der Maschinenringe Deutschland GmbH.
Biogaserzeuger Martin Feirle spart Stromkosten, indem er günstigeren Strom über LandEnergie bezieht. Über das online-Portal kann er seinen Verbrauch sehr genau verfolgen (Foto: Lunzner).
LandEnergie versorgt seit
1999 als unabhängiger und freier Stromanbieter Kunden im
landwirtschaftlichen Bereich. Im Sondervertragskundensegment über 100.000
kWh Verbrauch mit RLM-Zählertechnik (diese Zählertechnik wird in der Regel
bei Biogasanlagen ab einer Leistung von 350 kW eingebaut) hat LandEnergie
sich unter anderem auf Versorgung von Biogasanlagen spezialisiert und
bietet diesen Kunden individuell kalkulierte Preise an.
Ein besonderer
Vorteil hierbei ist, dass der Strom direkt an der Strombörse eingekauft
wird und die Preise je nach Börsenlage kalkuliert werden. So können
Börsenschwankungen ausgenutzt und günstige Strompreise auf drei Jahre
gesichert werden. Der Anlagenbetreiber weiß genau, welche
Strombetriebskosten in diesem Zeitraum auf ihn zukommen und kann somit
sicher kalkulieren.
Die Strombörse ist ein organisierter Markt für
Strom ähnlich wie eine Wertpapierbörse. Als Produkt werden zeitlich
abgegrenzte Mengen an Strom gehandelt. Die Preisfindung erfolgt aufgrund
von Nachfrage und Angebot. Je nachdem, welche Einkaufsstrategie ein
Stromversorger verfolgt, deckt sich dieser zu bestimmten Zeitpunkten mit
entsprechenden Strommengen ein und kann daraufhin entsprechende Preise
kalkulieren.
Bei LandEnergie erfolgt die Angebotserstellung immer
individuell aufgrund der jeweiligen Lastgangdaten der Abnahmestelle sowie
aufgrund aktueller Börsenpreise. So können günstige Marktlagen ausgenutzt
und Preise langfristig gesichert werden. „Natürlich kann auch LandEnergie
nicht erahnen, zu welchem Zeitpunkt die Preise am günstigsten sind, doch
aufgrund unserer Marktbeobachtungen können wir Empfehlungen sowohl an
Neukunden als auch an Bestandskunden für einen günstigen Zeitpunkt
aussprechen“, so Corina Wasem, Leiterin der Großkundenabteilung bei
LandEnergie.
Martin Feirle vom Energiehof Thanner GmbH & Co. KG in
Ummendorf betreibt seit 2006 eine Nawaro-Anlage auf Mais- und Grasbasis.
„Unsere Anlage hat eine Leistung von 347 kWel“, so Feirle, der die Anlage
gemeinsam mit dem Maschinenring Biberach-Ehingen, wo er Geschäftsführer
ist, und einem
Landwirt führt. So war es für ihn auch selbstverständlich,
den Strom über LandEnergie zu beziehen.
Verbrauch-Peaks
„Mit
einem Stromverbrauch von 120.000 kWh liegen wir unter 5 % im Bezug auf die
erzeugte Strommenge“, so Feirle weiter. Außerdem habe man durch
konsequente Optimierung den Verbrauch in Spitzenlastzeiten reduziert.
Behilflich war dem Betreiber dabei das Onlineportal von LandEnergie, über
das er seinen Verbrauch genau überwachen kann. „Einfach und schnell kann
ich damit die Verbrauch-Peaks erkennen und systematisch verkleinern“, so
Feirle. Den Zugang für das Onlineportal EnergyKronos können die Kunden von
LandEnergie 100.000plus kostenfrei anfordern und benutzen. Es ermöglicht
dem Benutzer einen genauen Überblick über die Verbrauchsdaten seiner
Abnahmestelle und mehrere Möglichkeiten der Auswertung der Daten. Die
Daten selbst werden durch den Leistungsgemessenen Zähler an den
Netzbetreiber übermittelt, der diese anschließend dem Versorger zur
Verfügung stellt.
In der Regel erhält der Kunde nur anhand der
Abrechnung einen Eindruck, wie sich sein Verbrauch verhält, da die
Verbräuche vom Endverbraucher selbst nicht ausgelesen werden können. Die
Verbräuche können tage, wochen, monats- und jahresweise ausgewertet
werden. „Dadurch dass der Betreiber mit EnergyKronos genau beobachten
kann, zu welchen Zeiten besonders hohe Leistungsspitzen da sind, kann
dieser durch Änderungen von Einstellungen in der Anlage diese Spitzen
herabsenken“, so Wasem.
Der Kunde bezahlt einen
Jahreshöchstleistungspreis, das heißt, die höchste im Jahr benötigte
Spitzenlast wird rückwirkend für das ganze Jahr berechnet. Durch
verändertes Abnahmeverhalten (zum Beispiel durch Taktung der
Einschaltzeiten der Rührwerke) kann deshalb bares Geld gespart werden.
LandEnergie beliefert seine Kunden mit sogenanntem CO2-freiem Strom aus
Wasserkraftwerken. Und das ohne merkliche Mehrkosten.