Kleinwindanlagen können auch in den Städten einen Beitrag zur Stromerzeugung leisten. Vor allem die Eigenstromnutzung würde dabei im Vordergrund stehen.
Berlin - Denn anders als von Branchenvertretern vorgeschlagen sieht die 2012 in Kraft tretende EEG-Novelle für Strom aus Kleinwind keine höhere, sondern die gleiche Einspeisevergütung vor, wie für „große“ Windrotoren. Angesichts vergleichsweise hoher Investitionkosten pro Kilowatt Leistung ist darum das Einspeisen von Strom aus Kleinwindanlagen nicht wirtschaftlich.
Über den Dächern Berlins
Nach energieintensiven landwirtschaftlichen Betrieben ist jetzt die Stadt als Kleinwindanlagen-Standort in den Fokus geraten – auch für die Forschung. „Nutzung von kleinen Windenergieanlagen auf Gebäuden in städtischen Gebieten am Beispiel Berlins“ lautet denn auch der Titel einer im April 2010 gestarteten, knapp dreijährigen Untersuchung unter Leitung von Professor Dr.-Ing. Jochen Twele und Mitwirkung von Mathis Buddeke im Studiengang „Umwelttechnik – Regenerative Energien“ der HTW.
Ziel ist es, Erkenntnisse über die Windströmung auf Gebäuden zu gewinnen. Dazu wurden in verschiedenen Höhen insgesamt fünf Kleinwindkraftanlagen mit Bauhöhen zwischen 4,5 und 7 Metern auf Berliner Dächern installiert und mit entsprechender Messtechnik ausgestattet.
Stadt fördert Projekt
„Windströmungen sind stark von der Gebäudegeometrie und der Stadtstruktur abhängig“, erläutert Mathis Buddeke. Von dem unter anderem durch die Senatsverwaltung Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz geförderten Forschungsvorhaben versprechen sich die Initiatoren, bevorzugte Positionen auf dem jeweiligen Dach sowie geeignete Standorte im Stadtgebiet identifizieren zu können. Buddeke: „Was sich in Berlin lohnt, könnte sich auch an vielen anderen städtischen Standorten lohnen.“
Fachtagung in Hannover
Erste Ergebnisse wird er bei der vom Bundesverband WindEnergie (BWE) ausgerichteten Fachtagung „Kleinwindenergie – Mit Innovationen den Durchbruch schaffen“ Ende November vorstellen. „Zahlen und Daten zu Erträgen und Wirtschaftlichkeit haben wir nach einer Messperiode von nur einem halben Jahr in der windarmen Jahreszeit noch nicht“, so der HTW-Mitarbeiter. Hilfreich für Betreiber in anderen Bundesländern könnten aber unter anderem die Erkenntnisse sein, die im Genehmigungsverfahren gewonnen wurden.
Die BWE-Tagung findet am 29. und 30. November in Hannover statt und präsentiert in Vorträgen und Diskussionen aktuelle Entwicklungen in der Kleinwindenergie.