Aktuelle Informationen aus erster Hand verspricht die Tarmstedter Ausstellung für Praktiker und Fachleute. Schon seit vielen Jahren nehmen die erneuerbaren Energien während der Tarmstedter Ausstellung einen festen Raum ein.
pm/as
Dazu tragen nicht
nur die über 50 Aussteller bei, die auf dem Gelände sowie in der
Zelthalle „Erneuerbare Energien“ Produkte und Dienstleistungen rund
um die Themen Heizen mit Holz, Biogas, Wind- oder Solarenergie
präsentieren. Fest zum Programm gehören auch die „Tarmstedter
Gespräche erneuerbare Energien“, die an allen vier Tagen am neuen
Standort in der Halle 2 stattfinden.
Gemeinschaftsprojekte
Am Freitag, den 8. Juli stehen die Tarmstedter Gespräche ganz im Zeichen von Biogas. In der Zeit von 12.15 bis 13.15 Uhr berichten Praktiker von ihren Erfahrungen mit Gemeinschaftsanlagen. Diese Projekte haben den Vorteil, dass die Landwirte Flächen, Kapital und Arbeitskraft in dem Maße einbringen können wie sie sie zur Verfügung haben, ohne dass sie den bestehenden landwirtschaftlichen Betrieb gefährden.
Eigenstromverbrauch
Bei der Tagung werden verschiedene Referenten ihr Anlagenkonzept vorstellen. Einer von ihnen ist Jochen Studtmann, einer von vier Gesellschaftern der AmGas GmbH & Co. KG aus Amelinghausen. Die Anlage mit knapp 800 kW erzeugt Strom und Wärme mit drei Blockheizkraftwerken (BHKW), wobei zwei davon als Satelliten-BHKW in Nahwärmenetze eingebunden sind und öffentliche sowie private Gebäude versorgen.
Am Samstag, den 9. Juli stehen von 10 bis 13 Uhr insgesamt vier verschiedene Themen auf dem Programm. Eckhard Perbandt von der Osmer Solartechnik in Grasberg startet mit einem Vortrag „Photovoltaik: Strom jetzt für Haus und Hof nutzen“. Der Eigenverbrauch von Solarstrom wird für Landwirte und Privatpersonen immer interessanter, denn die Einspeisevergütung für Solarstrom ist deutlich gesenkt worden und soll im zweiten Halbjahr 2011 nochmals reduziert werden. Dagegen steigt der Bezugspreis für Strom aus dem öffentlichen Netz jährlich an. Um den Eigenverbrauch von Solarstrom anzuregen, hat die Bundesregierung eine spezielle Förderung aufgelegt. Referent Perbandt wird dazu die Hintergründe erläutern und technische Lösungen aufzeigen.
Stromdirektvermarktung
Im zweiten Block beschäftigt sich Oliver Kley von der Trianel GmbH aus Aachen mit dem Thema „Strom direkt vermarkten - Neue Chancen für Landwirte?“. Die Bundesregierung will die erneuerbaren Energien näher an den Markt heranführen und wird Anfang 2012 eine so genannte Marktprämie einführen. Betreiber von Windparks oder Biogasanlagen können dann wählen, ob sie den Strom wie bislang ins Netz einspeisen oder die Marktprämie in Anspruch nehmen. Der Referent wird erläutern, was es mit dem neuen Vergütungssystem auf sich hat und welche Chancen und Risiken es für Anlagenbetreiber mit sich bringt.
Holzheizungen
Die Frage „Pellets oder Hackschnitzel - Wo passt welches System?“ beantwortet Michael Kralemann im dritten Block des Samstags. Früher galten Holzpelletanlagen als Heizsystem für Einfamilienhäuser. Doch mittlerweile bieten die Hersteller immer häufiger Kessel auch für größere Gebäude an. Hackschnitzel dagegen haben den Vorteil, dass sie im Vergleich zu Holzpellets relativ günstig sind. Beide Systeme sind bei bestimmten Projekten sinnvoll, haben aber auch ihre Grenzen. Diese und weiteres Wissenswertes rund um die Holzheizung für Haus, Hof und Kommune berichtet der Experte vom Kompetenznetzwerk 3 N aus Göttingen.
Den Abschluss des Samstagsforums machen zwei Vorträge zum Thema „Bürgerwindparks“. Die Windenergie an Land ist wieder stark im Kommen. Denn die Windenergie ist derzeit die günstigste Art, erneuerbaren Strom herzustellen. Viele Kommunen haben die Vorteile der Parks erkannt, da diese nicht unerheblich Gewerbesteuer in die Gemeindekassen spülen. Doch Windenergieanlagen stoßen nicht selten auf die Kritik aus der Bevölkerung.
Windparks umsetzen
Ein Ausweg aus diesem Dilemma sind Bürgerwindparks, an denen die Grundstückseigentümer genauso beteiligt sind wie die örtliche Bevölkerung. Einer der Vorreiter bei der erfolgreichen Umsetzung von Bürgerwindparks ist der Landkreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Die ee-Nord GmbH aus Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog betreut seit 20 Jahren den ersten eingetragenen Bürgerwindpark an der Westküste. Geschäftsführer Arne Möbest wird von den Erfahrungen aus Umsetzung und Betrieb berichten. Ebenfalls eine Region mit vielen gelungenen Bürgerwindparks ist das Emsland. Wilhelm Pieper, Geschäftsführer der AgroWEA aus Twist wird in seinem Vortrag erläutern, was bei der Planung um Umsetzung eines Projekts zu beachten ist.
Die Energiewende weg von Atomstrom hin zu erneuerbaren Energien erscheint in vielen Sonntagsreden so einfach, als müsste man nur einen Hebel umlegen.
nach dem Atomausstieg
In der Praxis dagegen stoßen viele Verfahren und Technologien heute schon an ihre Grenzen. Projekte scheitern nicht selten, weil die Akzeptanz der Bevölkerung vor Ort fehlt. Aber auch Naturschützer, Jäger und der Tourismus diskutieren häufig kritisch über neue Windparks oder Biogasanlagen. Um dieses Spannungsfeld geht es am Ausstellungs-Sonntag bei der Podiumsdiskussion „Wie viele neue Energien wollen wir - wie viele verträgt die Landschaft?“.
Am Montag diskutieren Experten auf dem joule-Forum zwischen 14 und 15 Uhr über das Thema „Neues EEG - Für wen lohnt sich noch Bioenergie?“. Alle Vorträge finden in Halle 2 auf dem Tarmstedter Ausstellungsgelände statt.