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[ » joule » Energie Trends » Wasserkraft_ohne_Staudamm ]
Montag, 21.05.2012
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Energie Trends | 05.08.2010 Redaktion agrarheute.com

Wasserkraft ohne Staudamm

Bei Wasserkraft denkt man normalerweise an die Nutzung des Wasserdruckes. Die Bewegungsenergie eines fließenden Flusses wurde bisher kaum genutzt. Sie entsteht durch das Gefälle im Flussbett, aber am Punkt der Nutzung mit einem Schaufelrad wird nur die kinetische Energie genutzt. Diese Alternative in Form eines schwimmenden Wasserkraftwerks auf der Elbe sorgt gerade in Magdeburg für Aufsehen.
Magdeburg - „Unser Flusskraftwerk am Petriförder, Magdeburgs Elb-Promenade im Stadtzentrum, hat eine Kapazität von rund 130 Kilowatt. In einem Jahr können wir bis zu einer Million Kilowattstunden Strom erzeugen. Das reicht um 300 Haushalte zu versorgen“, erklärt Heinrich Schmidt, Gesellschafter und Geschäftsführer der EHG Energie Handel GmbH.
 
Kein Schiffsanleger, sondern ein so genanntes Flusskraftwerk wurde bei Magdeburg am Elbufer installiert (Foto: Werkfoto)
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Kein Schiffsanleger, sondern ein so genanntes Flusskraftwerk wurde bei Magdeburg am Elbufer installiert (Foto: Werkfoto)
 
 
Er hat dieses Pilotprojekt auf den Weg, besser ins Wasser gebracht. Die neuartige, 16 Meter lange und sechs Meter breite Wasserkraftanlage (WKA) erinnert an einen Katamaran in dessen Mitte ein Schaufelrad befestigt ist. Durch den Druck der Wasserströmung setzt sich das Rad in Bewegung, aktiviert einen Generator der Strom erzeugt. Dieser aus erneuerbarer Energie gewonnene Strom wird in das Magdeburger Stromnetz eingespeist.
 
Herausforderung duch Hoch- und Tiefwasser
 
„So einfach, wie es klingt, war es natürlich nicht. Die Elbe mit ihren unterschiedlichen Wasserständen – von Hochwasser bis Niedrigwasser – und den unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten war und ist eine echte Herausforderung. Denn unsere WKA benötigt bei der jetzigen Auslegung des Schaufelrades eine Eintauchtiefe von 1,20 Meter um gute Leistungen zu erreichen“, erklärt Heinrich Schmidt.
 
Deshalb wurden nicht nur die Wasserstände der Elbe der vergangenen 20 Jahr studiert und die Strömung beobachtet. Dazu kamen die zu beachtenden Bau- und Umweltvorschriften. „Weder die Schifffahrt auf der Elbe wird behindert, noch wird in die umliegende Vegetation eingegriffen. Unser Kraftwerk nimmt nur einen kleinen Teil des Elbeflussbettes in Anspruch. Wir nutzen die Strömung zwölf Meter entfernt vom Ufer. Sogar die Fische können uns problemlos umschwimmen“, sagt EHG-Geschäftsführer Schmidt.
 
Ziel: Aus Flusswasser Strom gewinnen
 
Zu den Initiatoren gehört zum Beispiel das Netzwerk Technologiekompetenz Fluss-Strom, in dem Forschungsinstitutionen, wie das Fraunhofer Institut, die Universität Magdeburg und mittelständische Unternehmen zusammenarbeiten. Alle haben nur ein Ziel: aus Flusswasser Strom zu gewinnen. Des Weiteren haben wurde in der MGT-Ingenieurgesellschaft und ihrem Konstrukteur Werner Führer einen Partner gefunden, der die Idee hervorragend umgesetzt hat.
 
Die in Magdeburg gegründete EHG-Tochterfirma NEW erneuerbare energien GmbH soll von Magdeburg aus diese Flusskraftwerke in Deutschland und weltweit bekannt machen. Anfragen aus der Schweiz, Österreich und sogar Kambodscha lägen bereits vor. Angepasst an den entsprechenden Kundenwunsch, an Flussgegebenheiten und Anlagengröße, rechnet Heinrich Schmidt mit Anschaffungskosten von 200.000 Euro, inklusive aller Genehmigungen und Standortsbefestigungen an Land.
 
 
pm
 
 
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